“A witch ought never to be frightened in the darkest forest, Granny Weatherwax had once told her, because she should be sure in her soul that the most terrifying thing in the forest was her.” - Terry Pratchett, Wintersmith
Alchemie
Hier ist ein Auge für Details gefragt, umfassendes Wissen über die Eigenschaften der Zutaten wie Kräuter, Bäume und Blumen, Gestein oder Tierteile und wie man sie in welchem Verhältnis zusammen mischt und wie sie dabei miteinander reagieren. Die Alchemie ist so umfangreich, dass man ihr sein ganzes Leben widmen kann und ständig etwas Neues lernt. Persönliche magische Kraft ist hier unerheblich, hier zählt die Genauigkeit und häufiger auch die Fähigkeit, den eigenen Ekel zu überwinden. Fun fact: In der Alchemie besonders bewanderte Hexen sind oft auch hervorragende Bäckerinnen und Köchinnen.
Gesteinskunde
Jeder Kristall kann helfen, negative Energien abzuwehren, man muss ihn nur hart und treffsicher genug werfen können. Diesen Skill lernt man vor allem im praktischen Selbststudium, in der Gesteinskunde selbst erfährt man dagegen, wie Kristalle wirken, wie man sie auflädt, wie man sie reinigt und wie man sie anwendet. Die Gesteinskunde ist eigentlich kein Teil der Alchemie, sie können allerdings in wirklich jeder Magiesparte verwendet werden und in der Hexengesellschaft hat man sich stillschweigend darauf geeinigt, sie als Teil der Alchemieausbildung abzuhandeln.
Kräuterkunde
Du solltest wissen, was du dir da in den Trank wirfst, bevor du ihn braust. Die Kräuterkunde gehört daher zu den Basics einer jeden Hexenausbildung. Hier lernt die junge Hexe alles über Alraune und Co., wie man sich um die Pflanzen kümmert und zu was sie gut sind.
Trankbrauen
Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn das Trankbrauen ist eine Kunst, die vor allem in der Praxis gelehrt wird. Es gilt: Zaubertränke sind flüssige Zaubersprüche. Vom einfachen Wachmach-Trank bis hin zu aufwendigen Heiltränken ist hier vor allem Genauigkeit und präzises Arbeiten gefragt. Bei den einen Tränken kommt man vielleicht noch damit davon, wenn man vor allem nach Gefühl arbeitet, bei anderen kann dir auch nur ein My zu viel von der falschen Zutat dazu führen, dass dir der ganze Spaß um die Ohren fliegt.
Liebestränke sind zwar nicht direkt verboten, gelten aber als zutiefst unmoralisch, da sie dem Opf-, ähm, Ziel die Autonomie nehmen. Außerdem sorgen sie nur für eine starke Verliebtheit, aber niemals für echte Liebe.Wer hätte gedacht, dass Hexen ausgerechnet hier zu Moralaposteln werden?
Aurenwahrnehmung
Die Fähigkeit, die Aura von Menschen oder anderen Wesen wahrzunehmen. Man muss diese Fähigkeit aktiv abrufen, um sie zu nutzen, sie ist nicht automatisch aktiv. Unter Hexen gilt es als unhöflich, einfach die Auren anderer Hexen zu lesen (es tun natürlich trotzdem alle, aber kommentieren solltest du es nicht!) - alle anderen sind Freiwild.
Mediale Fähigkeiten
Alle Fähigkeiten, die ein menschliches Medium auch hat, Hexen fällt es aber etwas leichter, sie zu lernen und zu meistern (individuell gibt es natürlich Ausnahmen!).
Siehe Medium
Zauberei
Magie ist bei weitem nicht so geradlinig, wie es in der modernen Popkultur vermittelt wird. Viele Hexen zaubern nach Gefühl und nicht nach auswendig gelernten Zaubersprüchen, lediglich die Ritualmagie stellt hier eine Ausnahme wahr. Es ist die Intention, die einen Zauber wahr werden lässt, manchmal sogar unbeabsichtigt.
So sorgte beispielsweise im Juli des Jahres 1756 ein selbst genähter Quilt für ordentlich Furore in der Hexengesellschaft. Eine junge Hexe nähte ihrer Freundin zu ihrer Hochzeit mit einem ansehnlichen jungen Mann einen Quilt. Die Hexe war leider selbst in den Bräutigam verliebt und als sie nähte, sorgte ihre rasende Eifersucht dafür, dass allerhand schlechte Energien in den Stoff flossen. Als die Braut das erste Mal unter diesem Quilt schlief, raubte er ihr so viel Energie, dass sie nicht einmal mehr aufstehen konnte und nach Entfernen des Quilts noch Tage brauchte, um sich zu erholen. Die Hexe zeigte sich reumütig und gab an, nichts von der Wirkung gewusst zu haben. Da man ihr keinen Vorsatz nachweisen konnte, kam sie mit einer Verwarnung davon. (Der schöne junge Mann erwies sich später als absolute Nullnummer.)Zudem ist Magie in einigen Fällen sogar aufwendiger, als der Sache ihren natürlichen Lauf zu lassen:
Nehmen wir als Beispiel eine Naturhexe, die Schatten auf einem Teil ihrer Terrasse will und zu diesem Zweck einen jungen Baum schneller wachsen lassen möchte: Natürlich könnte sie einfach das Wachstum des Baumes extrem beschleunigen und ihn in wenigen Stunden zu voller Größe heranwachsen lassen. Das Problem hierbei: In der Natur wachsen Bäume deutlich langsamer und nehmen in der Zeit Unmengen an Nährstoffen und Wasser auf. Unsere Hexe müsste also vor ihrem Zauber erstmal die Erde so mit Nährstoffen anreichern, dass der Baum etwas hat, von dem er sich ernähren kann und natürlich muss er mit Wasser versorgt werden, damit er nicht auf halbem Weg vertrocknet. Alternativ könnte sie sich im nächsten Baumarkt auch einen zweiten jungen Baum kaufen und dessen Lebensenergie umleiten und ihrem eigenen Baum zur Verfügung stellen. Es braucht allerdings viele junge Bäume, um eine Eiche zu ihrer vollen Höhe heranwachsen zu lassen - womit wir wohl auch wieder bei unseren Ethikfragen wären. Viele Hexen erachten diese beiden Herangehensweisen als zu aufwändig und so belegen sie zwar ihren Baum mit einem Zauber, der das Wachstum anregt und den Baum tatsächlich schneller heranreifen lässt, aber der Zeitraum wird hierbei nur unwesentlich beschleunigt.Siehe Praktische Hexerei und Fähigkeitenliste Beschenkte
Nichts ist umsonst
Magie ist kräftezehrend und in der Regel ist körperliche Erschöpfung der Preis, den eine Hexe zu zahlen hat. Es gilt die Faustregel: Ein Zauber erfordert immer ein Opfer. Manche Zauber, v.a. Ritualzauber benötigen allerdings mehr Energie, als die Hexe aufwenden kann, hier wird also zusätzlich auf ein Opfer (Mensch oder Tier) zurückgegriffen, oder es wird in der Gruppe gezaubert. Fehler können hier tödlich für die Hexe sein! Nutzt eine Hexe nämlich zu viel ihrer eigenen Energie, brennt sie wortwörtlich aus und stirbt.
Erbrachte Opfer können beispielsweise sein:
Körpereigene Energie
Die häufigste Opferart. Kräftezehrend und die körperliche Erschöpfung ist der Preis, den diese Hexen zahlen. Die Erschöpfung wird mit mehr Schlaf kompensiert, woher auch die Annahme kommt, dass Hexen generell mehr Schlaf benötigen, als normale Menschen. Das ist nur teilweise richtig: Nutzt eine Hexe eine andere Art der Opferung, braucht sie nicht mehr Schlaf, als andere Leute.
Der rote Zehnt
Die Haut einer Bluthexe ist übersät mit vielen feinen Narben: Das ist ihr Erkennungsmerkmal. Hier haben sie sich mit aufwändig verzierten Silbermessern die Haut geöffnet, für die kleinen Zauber, die eine Hexe über den Tag verteilt so durchführt. Der rote Zehnt hat den Vorteil, dass er Hexen nicht übermäßig ermüdet, sie brauchen weniger Schlaf und sind auch abends noch fitter, als es andere Hexen sind.
Der rote Zehnt hat allerdings auch Nachteile: Die offenen Wunden hinterlassen Narben und sie sind anfällig für Infektionen, wenn sie nicht richtig verbunden werden. Außerdem deckt er nur Zauber bis zu einer bestimmten Stärke ab, da hier durch den maximal möglichen Blutverlust harte Grenzen gezogen werden. Für große Zauber werden also Blutopfer benötigt: Das können Tiere sein, aber auch Menschen.
Futteropfer
Eigentlich zu vernachlässigen, da die hierdurch gewonnene Kraft kaum spürbar ist. Dennoch gehört es zum guten Ton, dem örtlichen Schwarm Rabenkrähen regelmäßig, wenn nicht sogar täglich, Erdnüsse oder Rührei darzubieten.
Die dunkle Seite der Macht
Nicht immer kann Magie gesteuert werden. Vor allem emotionale Ausbrüche sorgen durchaus dafür, dass eine Hexe Kontrolle über ihre Magie verlieren kann, was oftmals zu sofort spürbaren Konsequenzen jedweder Natur in der näheren Umgebung führt. Vor allem bei Zorn geht gern mal etwas kaputt, beispielsweise eine in der Nähe stehende Vase, aber auch schöne Gefühle, wie ein besonders intensiver Orgasmus, können durchaus vorübergehenden Kontrollverlust bewirken und beispielsweise die Lichter flackern lassen. In welchem Ausmaß dieser Kontrollverlust stattfindet, ist oft individuell und geschieht bei Kindern häufiger als bei erwachsenen Personen.
Auch mentale Ausnahmezustände können Kontrollverlust begünstigen. Im achtzehnten Jahrhundert sorgte eine Hexe durch von ihr angefertigte Gemälde für mehrere Massenhysterien und Morde, als ihre künstlerischen Ergüsse in die Hände von Normalsterblichen fielen. Die gewählten Motive sind verstörend, zeigen oft Kannibalismus, unvorstellbare Grausamkeiten oder schreckliche Kreaturen, würden aber wohl einen gewöhnlichen Menschen nicht unbedingt zu Wahnvorstellungen oder gar Mord treiben, wenn die Hexe sie beim Malen nicht mithilfe ihrer Magie mit ihrem eigenen Wahnsinn aufgeladen hätte.
Bekannte Gemälde sind unter anderem:
Die meisten Bilder (und es gibt verdammt viele davon) wurden gefunden und werden in den tiefsten Gewölben verschiedener Coven verwahrt: Der Hexensabbat befindet sich beispielsweise derzeit in einem Keller von Concord und ausgerechnet das Sigil House streitet sich gerade mit einem südspanischen Coven über die Verwahrung von Mania, wobei beide Seiten Argumente suchen, um das verdammte Ding bloß nicht im eigenen Zuhause unterbringen zu müssen. Aber nicht alle Bilder konnte man bis heute wiederfinden, vor allem Bleistiftzeichnungen und Skizzen tauchen immer wieder mal auf und alle Jahre sogar ein ganzes Gemälde, oft mit unschönen Konsequenzen: Stillleben Nr. 6 wurde beispielsweise als Teil einer Erbschaft 1913 einer jungen Frau übergeben, die davon kulinarisch auf die erdenklich schlechteste Weise inspiriert wurde und ihr eigenes Kind tötete und dem Vater als Braten zu Abend servierte.
- Der Hexensabbat: Auf einer Waldlichtung fallen Mitgliederinnen eines Covens über einen Mann her, den sie bei lebendigem Leib ausweiden und essen.
- Stillleben Nr. 6: Ein verhaubter Beizvogel, ein Steinadler, sitzt auf einem Baumstamm, unter ihm liegen zwei Jagdhunde. Das hinter ihnen kopfüber aufgehängte und bereits ausgeweidete Beizwild: Kleinkinder.
- Mania: Ein Mann schneidet sich mit einem Skalpell das eigene Auge aus, auf seinem Gesicht ein Ausdruck von Wahnsinn. Im Schatten hinter ihm scheint jemand zu stehen, den man aber lediglich erahnen kann. Leute, die mit Mania im selben Raum standen, berichteten später davon, sich beobachtet gefühlt zu haben, auch wenn sie das Gemälde gar nicht ansahen.
- Der Hirsch: Bleistiftzeichnung eines Wendigos.
- Porträt eines Dämons: Genau, was der Titel verspricht. Der Anblick ist allerdings so grässlich, dass selbst gestandene Hexen sich bekreuzigen und kein Wort über das Gemälde verlieren.
Die unschöne magische Begleiterscheinung dieser Bilder wurde (vermutlich) durch Kontrollverlust hervorgerufen. Die Urheberin (oder der Urheber, bis heute ist nämlich nicht bekannt, wer das war) ist bei ihrer Malerei, so die Theorie, in einen tranceähnlichen Zustand gefallen und verzauberte dabei unbeabsichtigt ihre Werke, auch eine Störung des Geisteszustandes wird von einigen Leuten nicht ausgeschlossen. Wieder andere Theorien betrachten die Bilder als eine Art Tor, die das enthüllen, was hinter der normalen Welt verborgen liegt: Ein endloser Schrecken, der die Psyche von Ungeübten überfordert und sie daher in den Wahnsinn treibt. (Unwissenheit ist hier wohl tatsächlich ein Segen.)
Das Ergebnis ist jedoch fatal: Kurze Expositionen führen bei normalen Menschen und auch den meisten Wesen zu Gefühlen von unvorstellbarem Grauen, längerfristig sorgen sie für Selbstmutilationen oder Mordlust. Neben der Dauer scheint auch Willensstärke eine Rolle zu spielen, Kinder und Personen mit schwachem Willen sind nämlich anfälliger und beide neigen zur Selbstverletzung, vor allem durch das Entfernen der eigenen Augäpfel.
Lediglich Hexen und Dämonen können diese Bilder ansehen, ohne verrückt zu werden und auch sie vermeiden es, ihrem Einfluss über einen längeren Zeitraum ausgesetzt zu sein. Hexen empfinden die Gemälde als zutiefst verstörend, Dämonen naturgegeben eher weniger. In der Vergangenheit wurde einmal gemutmaßt, dass vielleicht eine dämonische Wesenheit die Bilder erschaffen hat, aber von dieser Theorie ist man mittlerweile ab, da bei Untersuchungen magische Restenergie nachgewiesen werden konnte.