Coven
Ein Coven, oder auch Hexenzirkel, ist ein Zusammenschluss an Hexen, die zusammen Zauber und Rituale ausführen, heidnische Feste feiern und sich zusammen um die Geschicke und das Wohlergehen der Dorfbevölkerung kümmern. Coven sind bodenständig und meist naturnah und man trifft sich vorwiegend bei Vollmond, oder nach Bedarf an einem festen Ort. Ein Coven macht keine Werbung oder rekrutiert aktiv Mitgliederinnen, lediglich, wenn er seine Mitgliedszahl wieder ungerade bekommen will, auch wird nicht jede Interessentin aufgenommen. Eine Neuaufnahme wird mit einem Ritual zelebriert.
In Europa nehmen Coven nur weibliche Hexen als Mitgliederinnen auf, Männer müssen sehen, wo sie bleiben. In Nord- und Südamerika haben sie die Aufnahme erfolgreich durchgesetzt und in Asien sind Hexen nur selten in Gruppen organisiert.Da Hexen ausgesprochen abergläubisch sind, legen sie viel Wert darauf, dass der Coven immer eine ungerade Anzahl an Mitgliederinnen hat: Eine gerade Anzahl soll angeblich das Unglück anziehen. Besteht der Coven dagegen aus drei, sieben oder dreizehn Mitgliederinnen, soll das ganz im Gegenteil aber Glück bringen.
In Marlington Wells sind derzeit zwei Coven ansässig:
Wildmark
- Uralte, naturverbundene Hexenlinien, oft als Individuen eher einsiedlerisch, teilweise tiernah oder körpermagisch.
- Fokus:
Heilung, Gestalt, Pflanzen, Animalismus, Elemente, Verwandlung - Strukturen:
Linien, Clans, Eremiten - Stärken:
Verwandlung, Naturzauber, Knochenmagie - Sitz:
Cottage im Wald, angrenzend an Latchmere
→ archaisch, impulsiv, verwurzelt in Blut, Kräutern, Transformationen und lokalen Verbindungen (Halim?).
Concord
- Vertreten durch moderne Wicca-Traditionen, die sich auf Zyklen, Rituale und Ähnliches berufen.
- Fokus:
Kreisrituale, Ahnen, Jahresrad - Strukturen:
Coven, Zeremonien, gewähltes Oberhaupt - Stärken:
Ritualstabilität, magische Disziplin - Sitz:
Riverside
→ organisiert, diplomatisch, öffentlichkeitsscheu aber offen für Zusammenarbeit
Die jeweilige Covenführerin sitzt auch im Rat, oder hat eine Stellvertreterin benannt, die sie und den Coven dort vertritt.
Häuser
Häuser sind nicht dasselbe wie Coven und sie verstehen sich auch nicht als solche. Ist ein Coven ein meist locker organisierter Zirkel von Hexen, so ist ein Haus ein durchstrukturierter Zusammenschluss, der sich unter der Führung einer Matriarchin vereint. Häuser sind oft elitär, hier tummeln sich Talent, Reichtum und Macht im Salon bei einer Tasse Tee, wo sie die Geschicke der Welt diskutieren oder Pläne für die Beschwörung eines Dämons besprechen. Mitglieder haben oft entweder sehr viel Geld oder sehr viel Talent oder beides; in ein Haus wird man deswegen oft geboren und nur im Ausnahmefall aufgenommen. Das Motto ist Niedrige Standards zu haben, ist keine Tugend und daran hält man sich, vor allem, wenn es um Neuzugänge geht.
Weltweit gibt es zwar eine schier unendliche Anzahl an Coven - aber nur wenige Häuser. Während Coven zwar einen Ort haben, an dem sie zusammenkommen, die zugehörigen Hexen aber allein wohnen, so wohnt man in Häusern oftmals unter einem Dach. Reibereien sind nicht selten, oft leiden Häuser unter den Intrigen ihrer Mitglieder, was innerhalb der Hexengemeinschaft als Beweis dafür angesehen wird, dass nichts Gutes dabei rumkommt, wenn man Männer in seine Gruppe aufnimmt.
Richtig gelesen, Männer. Der allergrößte Unterschied zu normalen Coven ist nämlich die Tatsache, dass Häuser auch männliche Hexen aufnehmen. Talent ist hier wichtiger als das Geschlecht - sagt man. Trotzdem sind nämlich auch Männer in Häusern den üblichen Repressalien ausgesetzt, die sie auch überall sonst in der Hexenwelt erfahren: Führungspositionen - traditionell “Oberin” genannt - sind für Männer normalerweise nicht vorgesehen, allerhöchstens mittleres Management, klassische Halt die Fresse-Positionen, damit sie sich wichtig fühlen können und den Frauen nicht auf die Nerven fallen. Als das Sigil House im Jahre 1983 mit dieser Tradition brach und einen Mann als Oberhaupt erwählte (nachdem die letzte Oberin, seine eigene Tante Wendeline, tragisch-tragisch verstarb), verließen aus Protest vier Hexen die Gruppe. (Eine davon ist mittlerweile wieder zähneknirschend beigetreten, als sie realisierte, dass er das Sigil House nicht in den Ruin trieb, die anderen haben sich Wildmark oder Concord angeschlossen oder sind bis heute unabhängig.) Ein Novum, denn normalerweise endet eine Mitgliedschaft in einem Haus nur mit dem Tod.
Der Aberglaube, dass Hexenzirkel immer aus einer ungeraden Anzahl Mitglieder bestehen muss, zählt für ein Haus nicht. Hier ist man über solcherlei Altweibergeschwätz selbstverständlich erhaben. Sehr praktisch, denn mit neuen Mitglieder tut man sich in diesen Institutionen immer recht schwer.In Marlington Wells ist nur ein Haus anzutreffen:
Sigil House
Ein elitärer Zirkel, der Magie als Sprache, Struktur und Machtinstrument begreift. Sie beschwören, binden, versiegeln – und predigen lebenslanges Lernen bei gleichzeitiger Verachtung für ihre eigene Menschlichkeit.
→ schnöselig, akademisch, arrogant, extrem elitär, intellektuell dominant
- Fokus: Symbolmagie, Runen, Bannkreise, Dämonologie und die Wissenschaft der Zeichen
- Expertise: Sigil House praktiziert Magie als semiotisches System – jedes Zeichen trägt Bedeutung, jede Bedeutung birgt Macht. Ihre Expertise erstreckt sich über:
- Kerngebiete:
- Sigillenarbeit: Verdichtung von Absicht in grafische Symbole; persönliche Sigilien als magische Schlüssel
- Runologie und Glyphensysteme: Elder Futhark, Thebanisches Alphabet, Enochisch, selbstentwickelte Codices
- Bannkreise und Siegelarbeit: Präzise geometrische Konstruktionen zur Kontrolle von Energien und Entitäten
- Theoretische und praktische Dämonologie: Pakte, Hierarchien, Beschwörungen – akademisch fundiert, urban praktiziert
- Onomaturgie: Namensmagie in allen Facetten – wahre Namen werden als Machtinstrument genutzt
- Semanturgie: Manipulation durch Bedeutungsverschiebung, sprachliche Realitätsgestaltung
- Grammaturgie: Syntax als Fluchstruktur, geschriebene Formeln mit selbst installierter Wirkmächtigkeit
- Erweiterte Disziplinen:
- Bibliomantie: Weissagung und Machtgewinnung durch Texte
- Kalligrafische Magie: Handschrift als Ritual, Tinte oder Blut als Medium
- Etymologische Theurgie: Rückführung von Worten zu ihren Urquellen für eine maximalisierte Wirkung
- Kryptografie / historisch-magische Sprachwissenschaft: Magische Geheimschriften, die nur Eingeweihte entschlüsseln können
- Alchemistische Notation: Verschmelzung von Substanz und Symbol (bedarf allerdings vorheriger Zustimmung der Obrigkeit, weil es superschief gehen kann – oder wird, meistens, sind wir ehrlich)
- Kerngebiete:
- Struktur: Hierarchische Meritokratie unter komplexen Codices
- Sigil House ist kein grunddemokratischer Coven, sondern eine akademische Oligarchie (es gibt dennoch demokratische Abstimmungen) mit strengen Aufnahmebedingungen:
- Organisationsebenen:
- Die Oberin / das Oberhaupt (derzeit: Sigourney St. Claire)
- Autorität in magischen und politischen Fragen
- Hüter des Codex Primordialis – des ältesten Gesetzbuches des Hauses
- Die Custodes (ca. 10-15 Senior-Hexen)
- Verwalterinnen der Bibliothek, Prüferinnen neuer Mitglieder und Rangprüfungen
- Spezialisiert auf unterschiedliche Formen der Urgie
- Die Adeptinnen (ca. 20-30 aktive Mitglieder)
- Vollmitglieder mit eigenem Forschungsbereich
- Verpflichtet zu regelmäßiger Publikation in den Annales Sigillorum
- Die Novizinnen (variable Anzahl)
- Kandidaten in 7-jähriger Ausbildung
- Müssen Meisterwerk vorlegen (neuer Bannkreis, bisher ungenutzte oder ungekannte Sigillenreihe etc.)
- Die Oberin / das Oberhaupt (derzeit: Sigourney St. Claire)
- Kleingruppen-Zirkel:
- Circulus Daemonia: Dämonologie und Paktmagie
- Scrinium Arcanum: Bibliotheks- und Archivwesen
- Officina Verborum: Onomaturgie und Semanturgie
- Collegium Geometriae: Bannkreise und räumliche Magie
- Stärken: Wo Sigil House unübertroffen ist
- Intellektuelle Dominanz:
- Eine der umfassendsten magischen Bibliotheken in Westeuropa (geschätzt 40.000+ Bände, Manuskripte, Grimoires, darunter auch die größte Schriftensammlung zu Vocem Absu, die Litania Exsecrata)
- Akademisches Netzwerk: Kontakte zu okkulten Vereinigungen weltweit
- Forschung und Innovation: Ständige Weiterentwicklung magischer Theorien
- Praktische Überlegenheit:
- Präzision: Ihre Rituale versagen praktisch nie, wenngleich der Aufwand gleichermaßen gigantisch ist
- Fluchbannung: Können fast jede Verwünschung analysieren und aufheben
- Dämonenpakte: Verhandeln mit Entitäten auf Augenhöhe (theoretisches Wissen + praktische Erfahrung = Erfolg)
- Versiegelungsmagie: Ihre Bannkreise halten Jahrhunderte
- Politischer Einfluss:
- Rhetorische Brillanz: Im Rat oft tonangebend durch schiere Eloquenz seit Generationen
- Diplomatische Erpressung: Wissen ist Macht – und sie wissen viel
- Langfristige Strategien: Denken in Dekaden, nicht in Monaten
- Intellektuelle Dominanz:
- Schwächen: Die Achillesfersen der Arroganz
- Verachtung für "primitive" Magie: Unterschätzen Wildmarks rohe Kraft oder Concords rituelle Stabilität
- Emotionale Kälte: Mangel an Empathie macht sie zu schwierigen Verbündeten
- Überkomplexität: Manchmal ist ein einfacher Schutzzauber effektiver als ihr 47-Schritte-Bannritual
- Interne Machtkämpfe: Akademische Eitelkeiten führen zu Fraktionsbildung
- Abgehobenheit: Verlieren den Bezug zu praktischen, alltäglichen magischen Bedürfnissen
- Sitz: Westbrook – ein viktorianisches Stadtpalais im Herzen von Westbrook
Beziehungen untereinander
Kurz gesagt: Man mag sich nicht immer so. Beim Sigil House hält man Wildmark für ungewaschene Streuner, bei Wildmark hält man Concord für verweichlichte New Age Hexen und bei Concord denkt man, das Sigil House bestehe nur aus unerträglichen Snobs, die sich den ganzen Tag im Salon darüber beschweren, dass heutzutage kein gutes Dienstbotenpersonal mehr zu finden ist. Trotz ihrer Differenzen herrscht im Ernstfall aber eine überraschende Einigkeit: Würde heute das Sigil House in Schwierigkeiten geraten, stehen kurz darauf Wildmark und Concord auf der Türschwelle und bieten ihre Hilfe an und vice versa. Ein Angriff auf einen einzelnen Coven oder ein einzelnes Haus wird als Angriff auf die gesamte Hexengemeinschaft gesehen. Entsprechend treten die Coven und das Haus auch im Rat als Einheit auf und verlagern ihre Besprechungen traditionell ins Vorfeld der Ratszusammenkünfte.